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02.03.2026 - IKZ

Glanzvolle Jubiläums-Gala bezaubert im Parktheater

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Bei der großen Jubiläums-Gala waren rund 70 Akteure auf der Parktheater-Bühne.

© IKZ | Dennis Echtermann

Das Ballettstudio Bauer feierte sein 50-jähriges Bestehen mit einer Zeitreise, die Tanz und Leidenschaft über Generationen hinweg vereinte.

Nina Tripp

Während hinter der Bühne kurz vor der Aufführung ballettöse Tüllröcke mit rosafarbenen Spitzenschuhen und mondänen Charleston-Kleidern um die Wette schimmerten, lag dieses ganz besondere Theaterknistern in der Luft, das die Anspannung bei Studioleiter Paul Hoffmann und den vielen Mitwirkenden fast greifbar machte. „Ich bin so aufgeregt und freue mich trotzdem so sehr auf unser großes Tanzerlebnis auf der Bühne“, hörte man eine Tänzerin des Ensembles flüstern. Mit einer großen Jubiläums-Gala zauberte das Ballettstudio Bauer am Samstag 50 Jahre Iserlohner Tanzgeschichte in zwei mitreißenden, berührenden Stunden auf die Bühne und zog damit rund 600 Besucher im Parktheater Iserlohn in seinen Bann.

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Herzliche Begegnungen von ehemaligen Ballettstudio-Bauer-Schülerinnen mit Gründerin Helga Bauer-Schramm (4. v. re.), und Nachfolger Paul Hoffmann (5. v. re.) gehörten zu den emotionalsten Momenten der Gala.

© IKZ | Nina Tripp

Doch noch bevor sich der Vorhang öffnete, gehörte die Aufmerksamkeit im Foyer einer Grande Dame, deren bloße Anwesenheit die Schulgeschichte an ihre legendären Anfänge zurückführte: Als Gründerin Helga Bauer-Schramm das Theater betrat, schien die Zeit für viele einen Moment still zu stehen, während ihr die Herzen ehemaliger Schülerinnen förmlich zuflogen und zwischen herzlichen Umarmungen gemeinsame Erinnerungen lebendig wurden. „Es ist für mich ein sehr emotionaler Moment, dieses Jubiläum mit so vielen vertrauten Gesichtern miterleben zu dürfen“, betonte die 90-Jährige sichtlich bewegt. Und tatsächlich schien ihre geschwungene Handschrift in einigen der klassischen Choreografien des vielfältigen Programms noch immer mitzutanzen.

Iserlohner Tanzgeschichte begeistert mit großer Bandbreite

Denn was die besondere Bühnen-Gala mit rund 70 generationsübergreifenden Akteuren zu bieten hatte, entfaltete bereits im ersten Teil ein farbenprächtiges Kaleidoskop, das die enorme Bandbreite des Studios widerspiegelte und das Publikum auf eine faszinierende Zeitreise mit lebendigen Choreografien für alle Sinne entführte. Dabei spannte sich der Bogen von der Wiener Klassik mit Strauss’ „An der schönen blauen Donau“ über die russische Seele des temperamentvollen „Kasatschok“ bis hin zum goldglänzenden Lebensgefühl der wilden 1920er Jahre beim „Charleston“ und weiteren Highlights. Dass Ballett auch modern und tiefgründig sein kann, bewiesen Darbietungen wie „River Flows In You“ oder die „Sensation“ zum Lacrimosa von Mozart.

Besonderen Glanz verliehen dem Abend die Gäste der Ballettschule „Happy Dance“ aus Mönchengladbach unter der künstlerischen Leitung von Nicole Gößling-Belinski und Victor Belinski. Inmitten dieser Vielfalt eroberten die jüngsten Tänzerinnen des Bauer-Studios mit tänzerischem Charme die Herzen des Publikums im Sturm. Neben Solotänzerin Nancy Matveev, die mit perfekt ausgeführten Fouettés für viel Beifall sorgte, setzte Paula Burschik glanzvolle Akzente als vielseitige Solistin: von der graziösen Leichtigkeit in „Giselle“ über die spielerische Präzision der „Rohrflöten“ bis hin zur dramatischen Ausdruckskraft in „Sensation“.

Von Helga Bauer-Schramm zur Ära Hoffmann

Dass das Studio heute auf ein solch breites Fundament blicken kann, ist das Ergebnis jahrzehntelanger Kontinuität. Die Geschichte des Ballettstudios ist dabei untrennbar mit dem Namen seiner Gründerin Helga Bauer-Schramm verbunden, die nach ihrer eigenen Ballettkarriere 1975 den Grundstein für die Iserlohner Institution legte, die nach 18 Jahren an der Hans-Böckler-Straße ihren heutigen Standort an der Oberen Mühle bezog. Ihrem Engagement war auch die Gründung der traditionellen „Pfingst-Elfen“ zu verdanken, die mit ihrem frühmorgendlichen Reigen jahrzehntelang am Ballotsbrunnen begeisterten. Als Profitänzer Paul Hoffmann 2001 die Studioleitung übernahm, brachte er die Erfahrung seiner internationalen Karriere mit und vereint bis heute akademischen Anspruch mit einer besonderen familiären Atmosphäre. Dass er bei jeder Aufführung Choreograf, Regisseur, Lichtdesigner oder Kulissenbauer gemeinsam mit einem starken Team in einem ist, wurde auch bei der Jubiläums-Gala einmal mehr deutlich.

Lebendiges Märchenbuch auf der Bühne

Der zweite Akt entführte vollends in die Welt der Fantasie: Mit den prachtvollen „Märchenbildern aus dem Ballett Dornröschen“ von Tschaikowski kehrte das Ensemble zum klassischen Ballett zurück und entfaltete ein lebendiges farbintensives Bilderbuch - von der geheimnisvollen Anmut arabischer Tänze über die zuckersüßen kleinsten Däumelinchen bis hin zum Charakterspiel von Rotkäppchen und dem Wolf. Den glanzvollen Mittelpunkt bildeten Solotänzerin Nancy Matveev als Dornröschen und Darius Inhetpanhuys als ihr Prinz, die das ausdrucksstarkes „Pas de Deux“ mit anmutigen Hebefiguren zum besonderen Erlebnis werden ließen.

Als der letzte Ton verklungen war und das farbenprächtige große Ensemble seinen „Tanzmeister“ Paul Hoffmann mit goldenem Konfettiregen auf die Bühne holte, galt der der jubelnde Applaus im Stehen nicht nur ihm mit einer grandiosen, berührenden Aufführung und einem starken Team hinter den Kulissen, sondern vor allem einem Iserlohner Lebenswerk, das seit 50 Jahren Generationen in der Liebe zum Tanzen vereint.

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