07.02.2026 - IKZ
Spitzentanz und Herzblut seit 50 Jahren
Das Ballettstudio Bauer bereitet mit Einzel- und Ensembletänzen einen Querschnitt aus 50 Jahren Iserlohner Tanzgeschichte für die bevorstehende Jubiläums-Gala im Parktheater vor.
Foto: Nina Tripp
Das Ballettstudio Bauer feiert sein 5O-jähriges Bestehen am 28. Februar mit einer großen Jubiläums-Gala im Parktheater
Nina Tripp
Iserlohn. Es ist ein vertrautes Geräusch, das seit nunmehr 50 Jahren den Takt vorgibt und mit dem Trippeln der Spitzenschuhe und dem sanften Wischen der Tanzschläppchen den blauen Boden im Ballettstudio Bauer auch am Sonntag zum Schwingen brachte. In der Iserlohner Tanzinstitution laufen die Proben für die Jubiläums-Gala, die am Samstag, 28. Februar, im Parktheater gezeigt wird, auf Hochtouren. Mit einem besonderen Programm feiert die Schule nicht nur ihr 50-jähriges Bestehen, sondern auch das Leitungsjubiläum von Studioinhaber Paul Hoffmann, der sie mit sicherer Hand, künstlerischem Gespür und spürbar viel Herzblut seit 25 Jahren führt.
Mitten im Saal formiert sich während der Probe zum zweiten Akt ein Bild, das diese Beständigkeit greifbar macht. Rund 70 Mitwirkende feilen gerade konzentriert an den „Märchenbildern aus dem Ballett Dornröschen", die zur Brücke zwischen den Generationen werden. Wenn die achtjährigen Elevinnen mit großen Augen ihre ersten Positionen als „Däumelinchen" finden, während erfahrene Tänzerinnen und Tänzer mit bis zu 70 Jahren mit Eleganz und Souveränität als „Hofdamen" oder „arabische Tänzerinnen" oder „böser Wolf" glänzen, wird deutlich, dass Ballett im Studio Bauer keine Frage des Alters, sondern eine Antwort der gemeinsamen Leidenschaft ist. ,,Während der erste Akt einen Querschnitt mit Tänzen von Folklore über Charleston bis Klassik zeigt, wird heute die wichtige Zusammenführung der verschiedenen Klassen für den zweiten Akt geübt", erklärt Reinhard Schmöckel.
Viele beeindruckende Inszenierungen
Als Vorsitzender des Ballettstudio Fördervereins hat er schon viele Inszenierungen wie Giselle, den Nussknacker oder Chopiniana seit über 20 Jahren als erfolgreicher „Finanzminister" hinter den Kulissen begleitet. Und er kennt - wie seine Frau auch - die Abläufe sowie die Historie der Schule wie kaum ein Zweiter.
Seit einem Vierteljahrhundert leitet Studioinhaber Paul Hoffmann (re.) die Geschicke des Ballettstudios.
Von Helga Bauer-Schramm zur Ära Hoffmann
Die Geschichte des Ballettstudios ist untrennbar mit dem Namen seiner Gründerin Helga Bauer-Schramm verbunden, die nach ihrer eigenen Ballettkarriere 1976 den Grundstein für die renommierte Institution legte, welche nach 18 Jahren an der Hans-Böckler-Straße vor mittlerweile 32 Jahren ihren heutigen Standort an der Oberen Mühle bezog. Ihrem Engagement war auch die Gründung des Iserlohner Ballett-Ensembles und der traditionellen „Pfingst-Elfen" zu verdanken, die ihren bezaubernden Reigen jahrzehntelang am Ballotsbrunnen aufführten. Als Profitänzer Paul Hoffmann 2001 die Studio-Leitung übernahm, brachte er die Erfahrung einer internationalen Karriere mit, die den Solotänzer von der russischen staatlich choreographischen Ballett-Akademie in Perm bis hin zur Staatsoper Bonn und dem „Het Nationale Ballett Amsterdam" führte. Bis heute versteht er es meisterhaft, diesen akademischen Anspruch mit einer familiären Atmosphäre zu vereinen. Dass er bei jeder Aufführung Choreograf, Regisseur, Lichtdesigner oder Kulissenbauer in einem ist, gehört für den passionierten Vollblut-Theaterpädagogen von Anbeginn dazu. ,,Es macht mir immer noch großen Spaß, auch wenn es jedes Mal eine Herausforderung ist. Zum Beispiel, wenn wir die schnellen Kostümwechsel mit den Kleinen üben, so wie heute, wird es aufregend, ob auch alles klappt", sagt Hoffmann, während erste orchestrale Takte von „Dornröschen" aus dem Lautsprecher im Studio für ballettöse Theatermagie sorgen und er seine Augen überall hat.
Kostümfundus eine farbenfrohe Schatzkammer
Während in der farbenfrohen Schatzkammer des Kostümfundus prächtige Gewänder glitzern und rosafarbene Tüllballettröcke für den großen Auftritt zurechtgezupft werden, zeigt sich die tiefe Verwurzelung mit der Ballettschule. Denn viele Tänzerinnen und Tänzer sind der „Bauer-Familie" seit Jahrzehnten bis heute treu geblieben, wie unter anderem Sabine Schober, Paula Burschik oder die 24-jährige Nancy Matveev, die seit ihrem dritten Lebensjahr ihre Tanzpassion als aktive Solotänzerin neben ihrem Jurastudium lebt, wie sie betont: ,,Es ist die Verbindung aus Disziplin, der Liebe zum Tanz und langjährigen generationsübergreifenden Freundschaften, die das Ballettstudio Bauer seit 50 Jahren zu einem besonderen Lebensgefühl und Ort der Gemeinschaft machen."
Wer die Jubiläums-Gala im Parktheater mit „Märchenbildern" und einem Querschnitt aus 50 Jahren Iserlohner Tanzgeschichte miterleben möchte, sollte beim Kartenkauf Eile walten lassen, da ein Großteil der Plätze bereit vergeben ist. Tickets für die Aufführung am Samstag, 28. Februar, um 18 Uhr gibt es in der Stadtinformation am Stadtbahnhof, 02371/217-1819.
