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28.11.2023 - IKZ

Nussknacker verzaubert das Parktheater

Foto: Wolfgang Meutsch

Rund 600 Besucher erleben einen umjubelten Auftritt des Ballettstudio Bauer

Nina Tripp

Iserlohn. Wenn Tschaikowskys Bal­lettklassiker „Der Nussknacker und der Mausekönig" auf dem Plan steht, ist das getanzter Walzerauf­takt in die Vorweihnachtszeit und gehört für viele dazu wie Tannen­baum oder Christstollen. Rund 600 Besucher waren am Sonntagnach­mittag ins Parktheater gekommen, um die zauberhafte Inszenierung des Ballettstudio Bauer unter der künstlerischen Leitung von Paul Hoffmann zu erleben.

Erst die Pflicht, dann die Kür. Was vor vier Wochen in der ersten „unge­schminkten Stellprobe" schon viel­versprechend von rund 60 Akteu­ren auf der Theaterbühne geprobt worden war, übertraf am Sonntag mit Bühnenbild und -licht, Kostü­men, Maske sowie der tänzerischen Qualität des Ballettensembles die Erwartungen und basiert auf einer alten Märchenerzählung von E. T. A. Hoffmann: Die kleine Klara (Emilia Frescher) träumt sich in der Weihnachtsnacht zur großen Primadonna (Nancy Matveev).

Tänzerische Klasse in jeder Szene

Und auch das Weih­nachtsgeschenk, das Onkel Drosselmeier (Mia-Zoe Otto) Klaras Bruder Fritz (Rebecca Kreft) geschenkt hat, ein Nussknacker (Vitalia Grünwald), verwandelt sich, wie es sich für ein Märchen gehört, in einen Prinzen (Marek Karzel). Nach dramatischen Schlachten zwischen Mau­sekönig (Emely-Zoe Katschek), Mäuse- und der Nusskna­cker-Armee entführt der zweite Akt Klara und ihren Prinzen ins Land der Süßigkeiten, wo beide weitere Abenteuer bestehen müssen. Das Ballettensemble zeigte in jeder Szene seine gan­ze tänzerische Klasse und man erkannte die erstklassige Choreografen-Handschrift von Paul Hoffmann, die in jedem Schritt mitschwingt.

Tschaikowskys „Nussknacker" ist seit nunmehr 130 Jahren auch das Ballett der Ohrwürmer, mit denen er einen Reichtum an kurzen Motiven erschaffen hat, so den ,,Russischen, Spanischen, Chinesi­schen oder Arabischen Tanz". Trip­pelnde „Schneeflocken", die die Bühne in eine Winterlandschaft verwandelten, bezauberten ebenso wie der „Tanz der Zuckerfee" mit den entzückenden vierjährigen ,,Zuckertüten" zu glockigen Celes­ta-Klängen.

Jede Darbietung erhielt großen Szenenapplaus, wie auch die Solis­ten, so Vitalia Grünwald, die als ,,hölzerner Nussknacker" mit flie­ßend-mechanischen Bewegungen glänzte, ,,Onkel Drosselmeier" (Mia-Zoe Otto) kraftvoll-energiege­laden und allen voran die beiden Hauptdarsteller „Klara" und ihr „Märchenprinz", Nancy Matveev und Marek Karzel. Im „Pas de Deux" schwebten sie fließend über die Bühne oder begeisterten mit ele­gantem Spitzentanz und anmutigen Hebefiguren im berühmten „Blu­menwalzer".

Indes ging es hinter den Kulissen fast ebenso turbulent wie auf der Bühne zu. Viele Rollen waren dop­pelt besetzt worden, erforderten Kostümwechsel in Windeseile und das starke, engagierte Background­Team, welches seit Jahren unent­behrlich jede Aufführung mitträgt. Als der letzte Ton verklungen war und das farbenprächtige Ensemble ihren „Tanzmeister" Paul Hoff­mann auf die Bühne holte, gab es im Parktheater donnernden Applaus im Stehen für das gelungene Werk, das einmal mehr zeigte, wie sehr Ballett die Seele berühren kann und das ganz ohne Worte.

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