Sie sind hier: Wissenswertes Kostüme

In der Geschichte des Balletts haben sich die Kostüme entsprechend dem Zeitgeschmack verändert. Anfangs wurde auf der Bühne nur die klassisch einfache Kleidung getragen. Im Laufe der Jahre wurden sie kürzer und leichter. Damit wurde der Weg frei für anspruchsvollere und technisch schwierigere Bewegungsabläufe. Noch heute werden die Kostüme nur unwesentlich variiert.

So trägt Giselle immer ein knielanges Kleid, und die Schwäne aus Schwanensee sind selbst für einen Laien leicht zu erkennen. Bei den Damenkostümen unterscheidet man zwischen dem langen Tüllrock für Geisterwesen aus dem Weißen Akt (z. B. in Giselle), dem schmalen langen Kleid (z. B. in Romeo und Julia) und dem Tutu, einem steifen abstehenden Tüllrock, der das bekannteste Ballettkostüm darstellt (z. B. in Schwanensee oder Paquita) und aus dem 19. Jahrhundert stammt.

Das Tutu, ein glockenförmiger Rock aus durchscheinendem Stoff, kam durch Marie Taglionis Auftritt in La Sylphide (1832) in Mode. Im Lauf des Jahrhunderts wurde es immer kürzer und entwickelte sich zum Standardkostüm der Ballerina.

Unter dem Einfluss des russischen Choreographen Michail Fokin wurden die Ballettkostüme im 20. Jahrhundert wieder vielfältiger. Heutzutage treten die Tänzer in den verschiedensten Kostümen auf, auch in dem einfachen Übungsdress, das im Unterricht getragen wird. Erstmals wurde es von dem russischen Choreographen George Balanchine verwendet.