Wazlaw Fomitsch Nischinski (russisch Вацлав Фомич Нижинский, auch in der französischen Transkription Vaslav oder Vaclav Nijinsky, in ursprünglicher poln. Schreibweise Wacław Niżyński; * 12. März 1888 in Kiew, † 8. April 1950 in London) war ein polnischstämmiger, russischer Balletttänzer und Choreograph.
Nischinski studierte an der kaiserlichen Tanzakademie in Sankt Petersburg und wurde für seine außerordentliche Virtuosität und Sprungkraft berühmt. Einen Wendepunkt in seinem Leben markierte 1908 das Zusammentreffen mit dem Impresario Sergej Djagilew, einem Schwulen aus der Sankt Petersburger Oberschicht, dessen Liebhaber er daraufhin bis zum Jahr 1913 gewesen ist.
Als Sergej Djagilew 1909 Les Ballets Russes in Paris gründete, übernahmen Nischinski und Anna Pawlowa die führenden Rollen. Die Ballets Russes wurden zu einer der berühmtesten und erfolgreichsten Ballettkompanien ihrer Zeit.
Nischinski arbeitete auch als Choreograph. Von ihm produzierte Ballette sind: L’Après-midi d’un Faune, Jeux und Le Sacre du Printemps. Bei der Premiere von Le Sacre du Printemps zu der gleichnamigen Musik von Igor Strawinsky kam es wegen Nischinskis revolutionären Begegungsabläufen und der sexuellen Anspielungen zu Tumulten.
1913 verliebte er sich in die ungarische Tänzerin Romola de Pulszky, und die beiden heirateten noch im gleichen Jahr. In einem Anfall von Eifersucht entließ Sergej Djagilew beide fristlos.
Während des 1. Weltkriegs war Nischinski als russischer Staatsbürger in ungarischer Gefangenschaft. Nach einer Tournee durch Nordamerika im Jahr 1916 wurden die Anzeichen einer Geisteskrankheit immer deutlicher. 1919 erlitt er einen Nervenzusammenbruch und wurde in der Folge mit Schizophrenie diagnostiziert. Damit war seine Karriere beendet. Er verbrachte den Rest seines Lebens in verschiedenen Psychiatrischen Kliniken und Pflegeheimen. Nischinski starb 1950 in London, wo er auch beerdigt wurde. Drei Jahre später wurde er auf den Cimetière de Montmartre in Paris umgebettet.
Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

