Börse soll Schülerkunst fördern
Iserlohn. (B.Ü.)
So kennt man Vize-Bürgermeisterin Renate Brunswicker eigentlich nur, wenn ihr etwas gar nicht gefällt.
"Ich wollte die Kulturausschuss-Sitzung eigentlich absagen, weil Vorlagen einfach fehlten. Das geht doch nicht", monierte die Vorsitzende des Kulturausschusses die verspätete Vorlage der Unterlagen. "Es wird wohl seine Gründe gehabt haben, warum das nicht geklappt hat", sagte sie am vergangenen Dienstag bei der Sitzung des Kulturausschusses in der Musikschule an der Gartenstraße.
Nicht durchsetzen konnten die Sozialdemokraten ihren Wunsch, ein städtisches Kulturmanagement zur Koordinierung der Arbeit der städtischen Institute zu installieren. Bereits im Vorfeld hatten die Leiter der Einrichtungen ihr Veto eingelegt. Sie befürchten einen schleichenden Machtverlust. Die Vertreter der SPD konnten diese Angst nicht verstehen. Schließlich sei doch seit Jahren die Stärke Iserlohns gewesen, dass die Institute autark arbeiten würden, betonte Annegret Simon. Reiner Knoche von der CDU forderte dagegen, eine Kommunikationsebene zu finden, um beispielsweise Termine abzusprechen. Nach einer ausdauernden Diskussion vertagte Vorsitzende Renate Brunswicker das Thema auf das kommende Jahr.
Die Bedeutung der Iserlohner Kultur-Vereine sei nicht hoch genug zu schätzen. Daher freuten sich die Bürgervertreter, dass die Zuschüsse an die Organisationen jahrelang schon nicht gekürzt werden mussten. 21 Zusammenschlüsse erhalten Geld für ihr Engagement. Insgesamt wurde ein Zuschuss von 80949,50 Euro beantragt; bewilligt wurde schließlich eine Summe von 74 118,50 Euro. Jeweils 6902 Euro erhalten der Gesamtstadtverband Iserlohner Chöre, die Kirchenchöre und der Hot-Club/Henkelmann als Jahreszuschuss. Die Jugendkunstschule bekommt 2556 Euro, das Postmuseum 3885 Euro; für das Märkische Stipendium werden 3221 Euro zur Verfügung gestellt. Die beiden höchsten Förderungen erhalten das Kultursymposion M mit stolzen 10225 Euro und der Wessel-Verein mit 10430 Euro. Die Pommersche Landsmannschaft erhält für ihr Projekt "Anekdoten in der pommerschen Literatur" 260,50 Euro. Für vier Literaturfrühstücke erhält die Kulturinitiative KUI 240 Euro, für Workshops mit benachteiligten Kindern 500 Euro. 2045 Euro erhält der Heimatverein Letmathe für zwei Veranstaltungen "Musik im Park"; der Oratorienchor Letmathe kann sich über einen Zuschuss von 500 Euro freuen. 3500 Euro gehen an "Jungle of emotions"; das Schauspielensemble erhält für "Der Spieler" 283 Euro und 8217 Euro für "Dornröschen"; "Momo" und "Die wundervolle Welt des Tanzes" vom Ballett- und Tanzzentrum NRW wird mit jeweils 650 Euro gefördert. Für "Giselle" vom Ballettstudio Bauer-Schramm gibt es 750 Euro; 500 Euro für "Das ungleiche Paar von Pur Vu; 5000 Euro sind für das Chorprojekt 2004 bestimmt.
Den Antrag der CDU, eine Schülerkunstbörse und damit ein Podium für die Mädchen und Jungen zu schaffen, die Kunstwerke im Unterricht schaffen, beschied der Ausschuss positiv. Jetzt prüft die Verwaltung, wie groß das Interesse der Schulen und der als möglicher Förderer benannten Sparkasse ist.

