Es war ein großartiges Fest der Superlative!
Iserlohn. (gs/rat) Ein Fest der Superlative erlebten gestern Veranstalter, Mitwirkende und Besucher des Parktheaters Iserlohn beim 6. Zeitungsfamilienfest in Kombination mit dem Tag der offenen Tür und dem 40. Geburtstag des Parktheaters.
Vom Start weg strömten die Besucher in Scharen zur Alexanderhöhe, die bald weiträumig zugeparkt war. Besuchten im vorigen Jahr etwa 5000 Gäste das Parktheater, so schätzt Kulturbüroleiter Johannes Josef Jostmann diesmal die Zahl der Gäste auf etwa 7500. Im Großen Haus, im Studio, in der Galerie, im Löbbeckesaal, im Foyer und auf dem Freigelände - überall gab es Darbietungen und Informationen für die ganze Familie.
Die Kinder hatten im Studio ihren Spaß, erst mit dem Consol-Theater, das endlich die wahre Geschichte der Bremer Stadtmusikanten erzählte, später mit dem Clown Piff, dem immer begeisternden Iserlohner Mönnecken-Theater von Monika Badtke, Werner Kötteritz mit seinen fröhlichen Kinderliedern oder der Märchenerzählerin Magdalena Beer.
Das Foyer "gehörte" der Heimatzeitung und ihren Lesern - ein Forum der Begegnung, bei dem es viel zu besprechen und allerhand zu gewinnen gab und wo auch das Casting für das Iserlohner Gesicht zu einem Renner wurde. Bis in den Abend machte das Fotostudio Senftler Überstunden. Zwischendurch gab es Sand aus aller Welt, gesammelt von Ronny Ogden zu sehen. Endlos viele Grüße - demnächst auf einer Sonderseite zu lesen - wurden von den fleißigen Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle notiert. Dazwischen immer unterwegs: die freundlichen jungen Leute des Zeitungsprojekts ZEUS, das sogar schon einen Ausblick auf noch unveröffentlichte Werke ermöglichte.
In der Galerie des Parktheaters waren Comedy und Promi-Talk mit Redaktionsleiter Thomas Reunert und hochkarätigen Gästen angesagt. Nachdem die vom Sat.1-Star-Search bekannten Standup-Comedians Dennie Klose aus Göttingen und Nils Koschinsky aus Hemer das Publikum mit ihren humorvollen Betrachtungen des ganz normalen Alltagswahnsinns aufgewärmt hatten - oder, wie Thomas Reunert es ausdrückte, ihre "Dönekes" gemacht hatten -, war es der berühmt-berüchtigte Richie, der den ohnehin schon stark erhitzten Saal zum Kochen brachte. Mit seinem Deutsch, das echt volle Kanne verboten gehört, brachte er vor allem die Jüngsten im Publikum zum Toben. Bei seinen Rap-Hits flippten die Teenies aus und scheuten sogar eine Polonaise nicht. Bei so vielen treuen Fans in Iserlohn gab er gerne noch eine Autogrammstunde.
Etwas ruhiger, dafür um so lustiger ging es bei dem Parodisten Andreas Neumann zu. Dass er mit Thomas Reunert ein geradezu kongeniales Gespann abgibt, hat Neumann schon des öfteren in Iserlohn gezeigt. So auch gestern, als er jede Vorlage von Thomas Reunert aufnahm und einige Highlights aus seinem Programm zum Besten gab. Das Schöne an diesem Stimmwunder der ersten Garde ist ja, dass er sich auf alte, teilweise längst verstummte Humoristen spezialisiert hat und diese in seinen gespielten Witzen hemmungslos mixt. So kommt es schon mal zum Fleischtheken-Duell zwischen Metzger Bührmann, Inge Meysel und Adolf Tegtmeier oder zu einem Autounfall, in dem Didi Hallervorden und Heinz Rühmann um die Wette berlinern: und das alles von Heinz Erhardt moderiert. Das Publikum brüllte vor Lachen.
Nahezu ein Non-Stop-Programm lief, moderiert von Kulturbüroleiter Johannes Josef Jostmann und seinem Stellvertreter Egbert Hinterberg, im Großen Haus ab. Die Tanzschulen Mangelsdorff und Buchenwäldchen eröffneten mit "Dance 4 Fans"-Darbietungen den an kulturellen Glanzlichtern reichen Tag. Klassisches und modernes Ballett zeigten die Ballettschule Bauer und das Tanzzentrum NRW. Am Nachmittag vervollständigte Step-O-Klack den Reigen der attraktiven Tanzdarbietungen.
Zum Lachen, Kichern und Schmunzeln forderte Günter Fortmeier mit seinem wunderbaren Theater "Figuren und Hände" heraus. Hände können Theater spielen - wer es nicht selbst gesehen hat, glaubt es nicht.
An Ständen und in Aktion präsentierten sich die Jugendkunstschule und die Ensembles, die im Parktheater proben und spielen: Schauspielensemble, PurVu und die VHS-Theatergruppe.
Natürlich kam auch die Musik nicht zu kurz. Zum Jazzfrühschoppen spielte Lutzemanns Jatzkapelle. Die Bigband der Gesamtschule ist kein Geheimtipp mehr, wie der voll besetzte Löbbeckesaal bewies. Der Gospelchor der Letmather Friedenskirche hat sich innnerhalb kurzer Zeit zu einem eindrucksvollen Klangkörper entwickelt und erhielt zu Recht verdienten Beifall. Den heimste natürlich auch das Jugend-Kolping-Orchester Letmathe ein - längst eine feste Größe im heimischen Raum.
Zum Abschluss feierte der Nachwuchs begeistert seine Lieblinge von der Kiddys Corner Band: Ausklang eines rundum gelungenen Tages.
Splitter vom Fest Böse Überraschung am Ende eines wunderschönen Tages: Ein Besucher hatte sein Portemonnaie verloren. Eine verzweifelte Suche begann. Doch dann das große Aufatmen: Die Börse mit Geld und allen wichtigen Papieren war an der Garderobe abgegeben worden. Dankeschön an den ehrlichen Finder!
Eine Überraschung hatte sich Clown Piff für seinen Auftritt im Studio ausgedacht: ein nettes kleines Feuerwerk. Er hatte nicht den automatischen Feuermeldealarm bedacht. Die Wehr war auf Draht und rückte an. Da genügend Feuerwehrleute im Haus waren, konnte die Ursache schnell ermittelt und der Löschzug zurückgeschickt werden. Ralf Schulte, mit einem Floriansdorf-Informationsstand vor Ort, flachste: eine Werbefahrt.
Viel Informationsmaterial hatten die Theaterleute zum Verteilen vorbereitet. Doch mit einer so großen Nachfrage nach dem Kinderprogramm konnte niemand rechnen. Um 14 Uhr waren alle Hefte weg.
Glück hatten die Kinder, die mit ihrer Großmutter kamen. Großmütter tragen nämlich gern gemütlich-geräumige Handtaschen mit sich. Und in denen ließen sich die netten kleinen Geschenke, die es im Parktheater gab, bestens verstauen.
Die vielen neuen Brandschutztüren müssen sein. Doch nicht jeder Besucher kennt das Prinzip, dass Türen sich immer dorthin öffnen, wo die Angel ist. Also: Angel sehen: ziehen, keine Angel sehen: drücken. Demnächst soll es aber noch Aufkleber geben.


